Börse Coswig   27.04.2018, 19.30 Uhr:
BÖRSE, Ballsaal 
Die Amigos - "Gold" - Die Jubiläumstour 2018

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  Villa Teresa
Ballsaal | Gesellschaftssaal | Villa Teresa
Villa Teresa mit Japanischem Teehaus im Park





Die ehemaligen Gesellschafts- und Repräsentationsräume im so genannten piano nobile (Hauptgeschoss) der Villa Teresa gelegen, stehen seit der Restaurierung des Hauses in den Jahren 2001/02 für öffentliche und private Veranstaltungen zur Verfügung. Der im Zentrum des Hauses gelegene Kammermusiksaal (frühere Funktion: Esszimmer und Großer Salon) bietet in verschiedenen Bestuhlungsvarianten Platz für ca. 60-80 Personen, in Reihenbestuhlung für ca. 100 Gäste. An den Kammermusiksaal grenzen die Bibliothek (früher Empfangssalon), der Damensalon und das Herrenzimmer an. Diese jeweils 20 qm großen Nebenräume sind separat (insbesondere die Bibliothek) als Gruppenräume oder für Veranstaltungen bis maximal 15 Personen geeignet. Durch breite Flügeltüren können sie zusammen mit dem Kammermusiksaal beispielsweise als Bankettfläche für maximal 120 Personen genutzt werden.

Besondere Qualität erhalten die Räume der Villa Teresa durch das historische Interieur. Historische Wandvertäfelungen, antikes Mobiliar, der historischen Situation entsprechende Fensterdraperien, Kristallkronleuchter, Tafelparkett, Bilder in schweren Goldstuckrahmen und ein raumhoher Kamin-Kachelofen aus der Meißner Manufaktur verleihen den Räumen eine private und sehr exklusive Note.

Der Kammermusiksaal verfügt an der Parkseite (Abendseite) über eine geräumige Terrasse mit Treppen zum Park, an der Ostseite führt eine repräsentative Freitreppe zu einem vorgelagerten Wasserbassin mit Fontäne.

Etwa 50 m vom Haus entfernt befindet sich das in der Parkanlage das Japanische Teehaus. In der warmen Jahreszeit kann dieser pittoreske Pavillon als Veranstaltungsraum en miniature für Gesprächs- oder Tafelrunden bis zu 8 Personen genutzt werden. Zwischen dem Teehaus und der Villa Teresa liegt eine etwa 600qm große Rasenfläche für Freiluftveranstaltungen (Kapazität ca. 250 Personen).

Im Sockelgeschoss der Villa Teresa sind alle technischen Betriebsräume, die Toiletten und eine Teeküche untergebracht. Die Eingangshalle und der Wintergarten können für den Aufbau von Büffets oder für kleinere Stehempfänge genutzt werden. Das Obergeschoss (früher Schlafzimmer und Morgenzimmer) ist z.Zt. Privatbereich und kann nicht besichtigt oder genutzt werden.

Eine weitere Besonderheit des Hauses ist die durch das Standesamt der Stadt Coswig gegebene Möglichkeit, im Kammermusiksaal die Ehe zu schließen. Auch Kombinationen aus standesamtlicher Eheschließung und anschließender Hochzeitsfeier (alternativ Sektempfang) sind organisierbar und haben hohen Erlebniswert.
historischer Hintergrund





Das 11.000 qm große Grundstück der Villa Teresa wurde um 1860 aus früherem Rebland parzelliert. Die Villa selbst liegt auf einer leichten Anhöhe, die im Volksmund "Heibsch" (Heubusch) genannt wird und mit allerlei Sagen und okkulten Legenden verbunden ist.

1873 ist im Grundbuch als Baujahr der Villa angegeben, über den Architekten und Einzelheiten des ursprünglichen Baus sind keine Erinnerungen oder Aufzeichnungen überliefert. Das nobel proportionierte, dreigeschossige Gebäude ist im Stil der Dresdner Semper-Nicolai-Schule gehalten. Die großzügigen Räume boten den Bewohnern alle Bequemlichkeit und allen damals üblichen Luxus eines am englischen Ideal orientierten Landlebens. Zeitgleich mit dem Bau der Villa wurde auch die Parkanlage angelegt. Allerdings war der Charakter des Gartens nicht mit dem heutigen vergleichbar. Die sparsam gesetzten Baum- und Gehölzgruppen ließen eine freie Rundsicht in die nahe Elbniederung und zu den Lößnitzhängen zu. Die heutige, dichte Villenbebauung der Kötitzer Straße entstand erst ab 1900.

1891 erwarb der Pianist und Komponist Eugen d'Albert (1864-1932) das Grundstück. Mit seiner 2. Frau, der venezolanischen Pianistin Teresa Carreño (1853-1917), bewohnte er das Haus bis 1895. Seit 1891 trägt die Villa den Namen der neuen Hausfrau "Villa Teresa". Der aus dem schottischen Glasgow gebürtige d'Albert gehörte um die Jahrhundertwende zu den besten Pianisten der Welt. Besonders als Beethoveninterpret hat sich der Lieblingsschüler Franz Liszts bleibende Verdienste erworben. Fast vergessen sind dagegen seine zahlreichen Kompositionen, darunter 22 Opern, 2 Klavierkonzerte u. zahlreiche Kammermusikwerke. Seine berühmteste Oper "Tiefland" wurde 1903 in Prag uraufgeführt und gehörte zu den meistgespielten Opern des 20. Jahrhunderts. Die deutsche Starregisseurin Leni Riefenstahl verfilmte die Oper im Jahre 1940. Dieser bemerkenswerte deutsche Tonfilm (mit Riefenstahl und Bernhard Minetti in den Hauptrollen) gehört zu den populärsten Erinnerungen an das Werk Eugen d'Alberts.

Teresa Carreño stammt aus einer angesehenen venezolanischen Familie, der auch der Staatsgründer Simon Bolivar entstammte. Frühzeitig musste sie mit ihren Eltern und Geschwistern Caracas verlassen und wurde in New York, später in Paris als Pianistin ausgebildet. Die Zeitgenossen nannten sie ihres Temperaments wegen "venezolanischer Vulkan". Ihr Klavierspiel wird als sinnlich und überschäumend-temperamentvoll beschrieben. Edvard Grieg, der sie bei einem Konzert in Leipzig hörte, schenkte ihr die Partitur seines a-moll-Konzertes. Auch Johannes Brahms, der außer Clara Schumann keine klavierspielenden Frauen mochte, schätzte den männlichen Anschlag und die robuste Technik der Venezolanerin.

In Coswig wurden dem Ehepaar d' Albert 1892 und 1894 2 Töchter geboren. Eugenia, die Erstgeborene, wurde wie ihre Eltern Pianistin. Sie führte ein unruhiges Leben und verheiratete sich schließlich mit einem um viele Jahre jüngeren Amerikaner. Nach dem Tode Eugenias im Jahre 1950 erbte er ihren Nachlass. Seine 2. Frau und Witwe hat die privaten Besitztümer Eugenias, darunter ihren Bechsteinflügel, den silbernen Taufbecher und viele Briefe und Fotos der Eltern d'Albert dem Förderverein Villa Teresa e.V. überlassen. Hertha Irmengard, die jüngere Tochter, heiratete den Reutlinger Ingenieur Ludwig Weber. Dessen florierende Maschinenfabrik boten Hertha ein gutes Auskommen und erlaubten es, die später in dürftigen Verhältnissen lebende Mutter und die Schwester zu unterstützen. Die Töchter Herthas und Enkelinnen d'Alberts, Teresita Goebel und Anita Weber, leben hochbetagt in Reutlingen und unterstützen den Förderverein wo sie nur können.

Bereits nach der Geburt der Tochter Hertha begann sich der gemeinsame Hausstand des Künstlerehepaares in Coswig aufzulösen. 1896 wurde die Ehe geschieden und das gemeinsame Haus verkauft.

Die neuen Besitzer waren vermögende Schweizer Globetrotter, die bereits als knapp Dreißigjährige von den Erträgen ihres Kapitals lebten. Paul (1870-1947) und Elisabeth Matter (1871-1961) gestalteten die Villa Teresa ihrem Geschmack und den Erfordernissen der Zeit entsprechend um. Besonders die Haustechnik wurde an modernsten Wohnkomfort angepasst. Ab 1910 gab es elektrisches Licht und eine Wasserdruckleitung, für deren Hochbehälter ein wuchtiger Turm mit Aussichtsplattform an der Nordseite des Hauses errichtet wurde. Im Westen fügte Paul Matter die geräumige Parkterrasse an, von der aus eine bogenförmige Holzgalerie in den Park führte. Neben dem Japanischen Teehaus entstand ein 200 qm großer Gartenteich mit Bootsanleger und sogenannte Liebesinsel. Die heute noch in weiten Teilen parkbestimmende Flora, vor allem die mächtigen Bergulmen, Steineichen und Weißbuchen wurden von Paul Matter gepflanzt.

Für die Dienstboten entstand neben der Villa ein eigenes Wohngebäude indem auch der Pferde- und Kutschstall, später das Automobil, unterkamen. Paul Matter starb 1947, seine Witwe bewohnte das Haus bis 1961 recht und schlecht. Für die Unterhaltung des Hauses und des Gartens fehlte es vor allem an Geld. Seit 1944 war das Wohnhaus bis unters Dach mit Flüchtlingen und Ausgebombten belegt, der Eigentümerin verblieb das mit Möbeln überfüllte Morgenzimmer und ein kleines Ankleidezimmerchen im Obergeschoss als Schlafraum. Als Elisabeth Matter 1961 starb, verfügte sie im Testament die Stadt Coswig zur Erbin ihres Grundstücks zu 2 Dritteln. Nach einem verwickelten Verwaltungsverfahren erhielt die Stadt das Haus schließlich als "Volkseigentum" zugewiesen und baute bis 1968 in den historischen Räumen 6 kleine Wohnungen aus. Der Park verwilderte zusehends, die Parkplastik und alle Kleinarchitekturen fielen randalierenden Jugendlichen zum Opfer.

1987, am 70. Todestag Teresa Carrenos, enthüllte der Botschafter der Republik Venezuela in der DDR, Dr. Erik Becker-Becker, die noch heute dort angebrachte Gedenktafel für das Künstlerpaar. Den protokollarischen Gepflogenheiten der DDR entsprechend wurde die Einweihung der Gedenktafel als Fahnenappell mit Jungpionierabordnung (historisches Foto Mitte) der damaligen "Kurt-Schlosser-Oberschule" (heute Mittelschule Kötitz) in Anwesenheit zahlreicher Prominenz (Bürgermeister Günther Sander, Präsident der Liga für Völkerfreundschaft, Stadträte, Kreistagsabgeordnete und SED-Funktionäre) zu einem Höhepunkt im damaligen gesellschaftlichen Leben der Stadt Coswig.In der Folge entwickelte die TU Dresden eine Parkkonzeption, die eine völlige Wiederherstellung der historischen Parkanlage einschließlich des Teehauses, Kompositionspavillons und des Gartenteichs zum Ziel hatte. Leider wurden durch die beginnende Wende alle damals geplanten Vorhaben zu Makulatur.Die von der TU Dresden erarbeitete Parkgestaltungskonzeption ist jedoch gültige Planungsgrundlage aller heute umgesetzten Maßnahmen zur Rekultivierung der Parkanlage.

Im Jahre 1995 gründete sich der Förderverein (www.villa-teresa.de), seit 2002 ist die Villa Teresa als Kultur- und Veranstaltungshaus Bestandteil der kulturellen Infrastruktur Coswigs.
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Telefon: 03523/ 7 29 62
im Internet: www.villa-teresa.de

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